Knigs Krnung

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Eine ra geht zu Ende. In einem Jahr, am 30. November 2012, nimmt Kasper Knig seinen Hut als Direktor des Klner Museum Ludwig.

Zwlf Jahre, in denen er wegweisende Ausstellungen von Isa Genzken, George Brecht oder Hans-Peter Feldmann realisierte und

Knstlerinnen wie Vija Celmins zu sptem Ruhm verhalf. Wenn der frhere Leiter der Frankfurter Stdelschule, der 1977 die Skulptur

Projekten Mnster mit initiierte und in den Achtzigern mit Ausstellungen wie Westkunst oder von hier aus Kunstgeschichte schrieb,

nun zum Finale anritt, wird es berraschend moralisch. artnet sprach mit ihm ber seine letzte Ausstellung Vor dem Gesetz, seine

Ansichten zum Retro-Konzeptualismus und darber, wie in seinen Augen die Berliner Museumslandschaft aufgestellt ist.
artnet: Herr Professor Knig, Ihre bevorstehende Ausstellung Vor dem Gesetz handelt von den Errungenschaften der Aufklrung und

der gefhrdeten Wrde des Menschen, von Ungerechtigkeiten, die sich stndlich auf der Welt ereignen. Sie schlagen einen

ungewhnlich pathetischen, moralischen Ton an.
Kasper Knig: Das ist etwas, womit ich mir an die eigene Nase fasse. Natrlich ist diese Ausstellung ein sehr moralischer Appell. Man

muss es einfach mal auf die Probe stellen und die grundstzlichen existentiellen Fragen stellen welche Rolle spielt dabei die

Kunst? Welche Bedeutung kann sie haben?
Sie gehen bis zu Lehmbruck zurck und beziehen auffllig viele ltere Position ein. Lsst sich, was Sie sagen wollen, mit

zeitgenssischer Kunst allein nicht verdeutlichen?
Nein, da geht es um eine Art Generationenvertrag. Die Wachheit und die Neugierde, die ich hier unter den vielen auch jungen Besuchern

erlebe, ist wunderbar aber ich muss feststellen, dass vieles wie beim Scannen ist: Alles luft an der Oberflche ab. Ich glaube, es

ist schon wesentlich, ob etwas 1918 entsteht, 1928, 1958 oder 2008. Natrlich kann die Kunst transzendieren, aber man kann sie nicht

vllig losgelst sehen, sie fllt ja nicht vom Himmel. Ich htte frher auch nicht geglaubt, dass ich mal Gerhard Marcks prsentieren

wrde, aber in diesem Zusammenhang ist er wichtig, um etwas verstndlich zu machen. In der laufenden Klner Mittelalter-Ausstellung

im Museum Schntgen sieht man, wie Kunst generelle Fragen des Weltbildes aufwirft. Das ist anders als das heutige.
Zeitgenssische Kunst boomt nach wie vor, selbst wenn sie hermetisch ist. Worin liegt das Faszinosum der Gegenwartskunst?
Dass hier etwas ereignishaft, wenn auch manchmal kryptisch, zu erleben ist, was nicht sprachlich verfasst ist. Im besten Fall schafft

sie Przedenzen und Modelle, die einen ratlos machen und sich nicht zur direkten Anwendung anbieten, wie man es etwa aus der

Tagespolitik kennt. Man kann Weltgeschehen noch einmal anders erleben, wie zum Beispiel den arabischen Frhling. Bei der Istanbul

Biennale dieses Jahres gab es diesbezglich einen Film von Wael Shawky.
Es gibt unterschiedliche Strmungen in der Gegenwartskunst eine Art Retro-Konzeptualismus, dann den sogenannten sthetischen

Journalismus oder auch eine Rckbeziehung aufs 19. Jahrhundert. Wo verorten Sie Ihr Interesse an der Kunst heute?
Peter Doig hat vor einigen Jahren den Klner Wolfgang-Hahn-Preis erhalten, zu Recht, meine ich, ich finde ihn sehr interessant

besonders seinen Filmclub in Port of Spain in Trinidad und die Plakate, die er dazu gemalt hat, haben eine starke soziale Dimension.

Natrlich knpft das an eine Malerei des 19. Jahrhunderts an, aber das ist vollkommen legitim, solange es keinen nostalgischen

Charakter hat.


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Bitte lesen Sie hier weiter: Kunst weltweit fhrenden Online-Magazin und Dekorative Kunst Online auch Dem Tod auf der Spur



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