Interview Mit Angelika Platen Zum Tod Von Gunter Sachs Unterwegs Auf Der Milchstrae Gesine Borcher

Interview Mit Angelika Platen Zum Tod Von Gunter Sachs Unterwegs Auf Der Milchstrae Gesine Borcher

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Gunter Sachs ist tot. Der legendre Fotograf und Lebemann war auch Mzen und Kunstsammler und fhrte in den siebziger Jahren eine Galerie fr zeitgenssische Kunst im damals noch biederen Hamburg. Verkufe waren ihm allerdings nicht so wichtig. Vielmehr genoss er es, Zeit mit Kunst und Knstlern zu verbringen und groe Vernissagen zu feiern. Angelika Platen, heute selbst renommierte Fotografin, leitete damals seine Galerie an der Milchstrae. Dem Magazin von artnet hat sie erzhlt, wie sie ihre Zeit mit Gunter Sachs erlebte.

artnet: Von 1972 bis 1975 leiteten Sie die Galerie an der Milchstrae von Gunter Sachs in Hamburg. Wie haben Sie ihren Chef damals wahrgenommen?

Angelika Platen: Er war sehr dynamisch und selbstbewusst. Er wusste genau, was er wollte, kannte sich in der zeitgenssischen Kunst gut aus und hatte ein gutes Gespr.

Was war das Beste an Ihrer Zusammenarbeit?

Dass wir mit zeitgenssischer Kunst die eher klassisch orientierten, biederen und wenig risikofreudigen Hamburger berraschen konnten.

Welche Knstler gehrten zum Galerieprogramm wie suchte Sachs sie aus und berzeugte sie, mitzumachen?

Wir zeigten Andy Warhol als Erffnungsausstellung der Galerie Warhol selbst war zur Vernissage da. Es folgten Michelangelo Pistoletto, Joseph Kosuth, Ben Vautier, Daniel Spoerri, Andr Thomkins und Max Ernst, mit dem wir auf der sicheren Seite waren. Gunter Sachs hatte von einigen dieser Knstler schon Bilder gekauft, und die Knstler - auch die von mir ausgewhlten - freuten sich, bei uns auszustellen zu knnen.

Wie sah das Verhltnis zwischen Sachs und seinen Knstlern aus? Suchte er gerne das Gesprch in den Ateliers, oder traf man sich vor allem abends beim Feiern?

Er kannte alle Knstler, die wir ausstellten, gut und war immer daran interessiert, mit ihnen zu sprechen. Wenn er sonst Bilder kaufte, tat er das nicht in den Ateliers der Knstler, sondern in Galerien. Die besuchte er gerne, traf er sich doch dort auch mit den Knstlern.

Stimmt es, wie posthum von der Presse behauptet, dass Sachs der erste war, der Andy Warhol in Deutschland zeigte?

Nein, Andy Warhol war vorher schon in anderen Galerien in Deutschland gezeigt worden, aber dies war sicher die erste richtig groe Einzelausstellung in einer Galerie.

Sie sind heute lngst selbst eine sehr erfolgreiche Fotografin. Was haben Sie von Gunter Sachs gelernt?

Was die Fotografie angeht eigentlich nichts, denn ich habe sie an der Hochschule fr Bildende Knste in Hamburg studiert, hatte aber auch schon vorher viel fotografiert und verffentlicht. Auerdem habe ich mich ja auf Schwarz-Wei-Fotografie konzentriert und bin ihr bis heute treu geblieben. Gunter Sachs hat dagegen Anfang der siebziger Jahre sein erstes Buch mit Farbfotos verffentlicht.


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